Wie Geld mich verändert hat

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„Ich war arm und ich war reich. Reich ist besser“, wird die Schriftstellerin Beatrice Kaufman zitiert. Ich habe da so meine Zweifel. Klar, niemand will arm sein. Ich hatte eine ärmere Phase in meinem Leben, früher, als ich noch selbstständige Fernsehautorin war. Damals musste ich mich jede Woche entscheiden, ob ich für mein Budget von 10 Mark Essen oder Katzenfutter kaufte. Meistens gewann das Katzenfutter und ich schnorrte mich irgendwie durch. Weiterlesen

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Wir Druffis: Voll auf Kaffee

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Ist Euch eigentlich klar, dass wir (fast) alle druff sind? Also, auf Droge? Das Schmiermittel der „wohlgeölten Maschine“ unseres Systems ist, neben Geld, wohl Kaffee.

So richtig bewusst wurde mir das erst, als ich wegen einer homöopathischen Behandlung plötzlich keinen Kaffee mehr trinken sollte. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht mal ein besonderer Kaffeejunkie bin. Morgens zwei Latte, das war’s.

Nun also: Kaffeeverbot. Zuerst fiel mir auf, wie schnell man zur Außenseiterin wird, wenn man Kaffee ablehnt. Und wie verdammt oft er einem angeboten wird, gerade im Job. „Nein, danke, ich trink keinen Kaffee.“ Komische Blicke. Herzprobleme? Mormonin? Nee, Homöopathie. Ständig musste ich mich rechtfertigen. (Das war, bevor man sich auch noch für Homöopathie rechtfertigen musste.) Weiterlesen

Landleben 4.0

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Ihr müsst verstehen: Ich als inner city kid hatte mit Landleben nie was zu tun.  Bei gebürtigen Berlinern unterscheidet man ja zwischen denen, die in Zehlendorf oder Köpenick ein gepflegtes Fast-Landleben führen und gelegentlich „in die Stadt“ fahren. Und denen, die im Zentrum den Staub der Straße schlucken – so wie icke. In Moskau war ich ja auch noch ein paar Jahre, bin also Großstadtgöre durch und durch. Mein erstes Wort war „Auto“. 🙂

Immerhin hatte ich Schulgartenunterricht und meine Eltern eine Datsche, so dass ich zumindest weiß, dass die Tomaten nicht im Kühlregal wachsen. Weiterlesen

Pretty in pink

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Der Salon war in rosa und lila gehalten, der Boden ein Laminat von der Sorte, die ich mir nicht aussuchen würde. „Bitte warten Sie“, sagte die Friseurin und blickte kaum auf, während sie einer anderen Kundin die Haare wusch. Am Telefon hatte sie jünger geklungen.

Ich saß eine Weile herum, meine Augen suchten den schmucklosen, aber ordentlichen Raum nach etwas Schönem ab. Weiterlesen

Barcamps, das echte Leben und ich

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Es soll ja richtige Open-Space-Junkies geben, also Menschen, die von einer solchen Veranstaltung (Barcamps und Open Spaces*) zur nächsten reisen. Happy Barcamper, sozusagen. Was soll ich sagen: Langsam werde ich auch zu einem.

Und damit bin ich nicht allein. Eine Menge Leute verbringen freiwillig einen oder mehrere Tage zusammen – ohne Agenda und vor allem: ohne Aussicht auf ein konkretes Ergebnis – und zahlen oft auch noch dafür. So war es auch beim AUGENHÖHEcamp in Hamburg: Es gibt kein Programm, Teilnehmer schlagen spontan Themen vor und andere Teilnehmer entscheiden, ob sie hingehen.

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Seid doch ganz anders, bitte

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Nach der großen Resonanz auf Working while female höre ich öfter die Meinung, Frauen müssten die entsprechenden „Techniken“ hierarchischer (oder arschiger) Kommunikation lernen, um dann das System von innen auszuhöhlen. Oder was auch immer.

Das erinnert mich an Karatefilme: Wir trainieren dich, machen dich hart, statten dich mit einer Rüstung und dem nötigen Waffenarsenal (oder netter: Handwerkszeug) aus und dann gehst du da rein. Cover me, I’m going in.

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Working while female

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Ich dachte immer, es liegt an mir. Jedesmal, wenn ich im Job nicht gehört oder nicht ernstgenommen wurde. Jedesmal, wenn meine Idee erst dann aufgegriffen wurde, wenn sie von einem Mann wiederholt worden war.

„Ich bin wohl nicht durchsetzungsstark genug, meine Argumente sind nicht überzeugend genug, vielleicht bin ich dank meiner Stimmbandlähmung auch einfach zu leise“, dachte ich.

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Zur Tat, bitte

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Schon mal von der Text-Bild-Schere gehört? So nennen Journalisten es, wenn der Text was völlig anderes erzählt, als im Bild zu sehen ist. Ich lach mich immer schlapp, wenn ich in der Zeitung solche Perlen entdecke: „Bürgermeister Sowieso eröffnet den Neubau unseres Zoos.“ Foto eines grinsenden Schimpansen.

Text-Bild-Scheren sind manchmal witzig, manchmal doof, zynisch – und oft auch unfreiwillig absurd. Weiterlesen

Interview mit Silke Luinstra: „Unternehmen brauchen Lebendigkeit“

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Als Silke Luinstra, Mitglied des AUGENHÖHE-Teams, in einem Gespräch den Satz „Unternehmen brauchen Lebendigkeit statt Menschlichkeit“ erwähnte, war ich sofort getriggert. Schließlich habe ich oft genug über tote HORGs, tote Sprache und tote Gefühle geschrieben. Und auch Menschlichkeit am Arbeitsplatz ist ja mein Thema. Das war also ein guter Anlass, uns mal länger darüber zu unterhalten.

**UNTEN GIBT’S EIN TICKET ZUM AUGENHÖHECamp ZU GEWINNEN!**

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Warum arbeiten wir?

Jaha, doofe Frage, einfache Antwort: Um zu überleben, werdet Ihr sagen. „Ich bin nicht mehr ganz jung und brauche das Geld, hehe.“ Das ist die naheliegende und nüchternste Antwort – und für die meisten Menschen stimmt sie auch. (Wobei sich ja die Notwendigkeit, Monat für Monat einen Haufen Geld heranschaffen zu müssen, vor allem aus unserer Funktion als Verbraucher ergibt. In der Dritten Welt überleben immer noch viele Menschen ohne viel Geld  – aber das ist ein anderes Thema.)

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Wie ich demnächst von einer Software ersetzt werde

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Viele Menschen fragen sich ja mittlerweile: „Werde ich innerhalb der nächsten 20 Jahre durch eine Software ersetzt?“ Bis vor kurzem wäre meine Antwort gewesen: „Also, ich auf gar keinen Fall!“

OK, Taxi- und LKW-Fahrer werden durch selbstfahrende Autos ersetzt. Statt Assistentinnen gibt’s Siri und Alexa. Im Supermarkt kassieren wir uns selbst ab. Und wenn es um einen Kredit oder eine größere Anschaffung geht, brauchen wir schon heute keine Kundenberater mehr.

Aber die Kreativen! Weiterlesen

Eine kurze Geschichte der Arbeit

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Je länger ich mich mit Arbeit beschäftige, desto mehr zweifle ich am Gesamtkonzept. Immer öfter stelle ich mir die Frage: Was ist eigentlich Arbeit? Warum arbeiten wir? Und wo geht die Reise hin?

Bevor man sich mit Ideen wie New Work auseinandersetzt, sollte man mal einen Blick zurück riskieren, sozusagen auf Very Old Work: Wie fing das alles an?

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Das schleichende Gift

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Eine Vorlesung, Thema Compliance. Der Professor sagt etwas, das lange nachhallt: Korruption beginne schleichend. Es sei eben nicht so, dass der Kollege mit dem Vorschlag komme, ein paar Hundert oder Tausend Euro auf sein Konto zu überweisen.

Nein, es fängt damit an, dass besagter Kollege mit der kriminellen Energie dir einen Kaffee mitbringt. Und sich immer wieder mal über Regeln hinwegsetzt. Du gehst mit ihm ein Bierchen trinken. Und dann eines Tages sagt er: „Ach komm, unterschreib doch mal für mich hier.“

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