Interview mit Chris Pyak: „Fast alle Personaler sind unfähig“

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Büronymus: Chris, mit deiner Beratungsfirma Immigrant Spirit unterstützt du Expats dabei, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Warum hast du das zu deinem Thema gemacht?

Chris Pyak: Ich hab ein Herz für den Underdog, vielleicht, weil ich selbst aus einer Familie mit fünf Kindern komme und mich da immer durchsetzen musste. Aber auch, weil ich selbst gemerkt habe, wie unglaublich schwer es ist, sich im Ausland etwas aufzubauen. Ich habe ganz lange im Ausland gelebt, vor allem in Estland. Du kannst die Sprache nicht, hast keine Kontakte, kannst nur durch Leistung überzeugen. Das ist hart. Wenn es erst mal nicht klappt, fragt man sich: Liegt es an mir?

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Wie das Großraumbüro erfunden wurde

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Dr. Teufel und Herr Beelzebub saßen schon seit einer Stunde im Konfi und brainstormten. Beiden tropfte der Schweiß von der Stirn. Und das lag nicht nur daran, dass die Heizung wie immer voll aufgedreht war. Aus Gewohnheit starrten sie auf die leere Wand – dahin, wo sonst die Powerpoint-Präsentation lief. Sie fühlten sich irgendwie … ausgebrannt. Das konnte doch nicht wahr sein, dass ihnen gerade im Geschäftsfeld Büro, ihrer absoluten Cashcow, nichts mehr einfiel.

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Radikal anders: Die Agentur Wigwam

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„Willkommen im Wigwam“, sagt Matthias Riegel – der Chef, der nicht mehr Chef sein wollte. „Schön, dass du da bist.“ Ich bin in einer Fabriketage im Wedding – typisch Werbeagentur eben. Typisch Agentur? Mein Blick fällt auf ein Hochbett in einer Ecke des Großraumbüros. „Och, wie schön, hier kann man auch mal chillen“, denke ich.

Matthias hat mich eingeladen, einen ganzen Tag im Wigwam dabei zu sein. Wir hatten uns auf dem AugenhöheCamp in Berlin kennengelernt, wo er über die Wandlung der Agentur von einer GmbH in eine Genossenschaft berichtete. Weiterlesen

Und jetzt noch schnell die Welt retten

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„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, heißt es schon bei Goethe. Diese Botschaft habe ich mit der Muttermilch (oder spätestens mit der Schulmilch) aufgesogen. Ich war auf einer Russischschule, wo uns permanent eingeimpft wurde, dass wir auserwählten Steppkes, „die Elite“, einmal die Welt verbessern würden. Das war zumindest der Plan. Kam ja dann einiges dazwischen.

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„Die Lufthansa will uns aushungern“ – Ein Air Berliner packt aus

Es ist sieben Wochen her, dass die letzte Air Berlin-Maschine in Tegel landete. Die Pleite der traditionsreichen Airline wird vielleicht in die Geschichte eingehen als leisestes Konzerndesaster aller Zeiten, bei dem es viele Opfer gibt und (bislang) nur einen Gewinner: die Lufthansa Group, die sich rund 80 Jets und vor allem die begehrten Streckenrechte sichern konnte. Auf möglicherweise unlautere Weise.

Die Übernahme, die offiziell keine sein darf, geht auf Kosten von rund 4.000 Mitarbeitern, deren Schicksal Politik und Medien gleichgültig zu sein scheint. Kein medialer Aufschrei wie bei den Schlecker-Mitarbeiterinnen (nicht, dass es denen genützt hätte), keine aufgebrachte Andrea Nahles wie beim kürzlich bekannt gegebenen Siemens-Stellenabbau. Nein, es ist doch „unsere“ Lufthansa, die den Wettbewerber schlucken durfte. Glas Wein dazu? Weiterlesen

Oben ohne

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Jaja, mit dieser Überschrift kriege ich Euch. 😉 „Oben ohne“ – so hieß die Session von Matthias Riegel auf dem AugenhöheCamp in Berlin. (Das ist übrigens ein guter Tipp, falls Ihr mal auf ein Barcamp geht und selbst ein Thema anbietet: Überlegt Euch einen coolen Titel und schon ist die Hütte voll. Werbung wirkt!) Weiterlesen

Das Gruppending

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Nach der Bundestagswahl hatte ich überlegt, einer Partei beizutreten. Ich wollte politisch aktiv werden, als Gegengewicht zu den Menschenfeinden, die jetzt als „Alternative für Deutschland“ im Parlament sitzen. Ich fühle mich bedroht durch diese Leute.

Nun muss ich dazusagen, dass ich eine durchpolitisierte Kindheit und Jugend hatte. Danach hatte ich mir eigentlich geschworen, nie wieder etwas mit Politik haben zu wollen. Aber einfach zusehen, wie Nazis ans Ruder kommen? Dilemma, Dilemma.

Parteien sind mir nicht sympathisch.

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Zeit ist das neue Geld

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„Geld kommt und geht, Zeit geht nur“, habe ich neulich geschrieben. Mittlerweile ist mir Zeit mindestens genauso teuer wie Geld. Vielleicht ist es eine Frage des Alters – vielleicht auch ein Trend.

Urprünglich war das ideale Menschenleben so aufgeteilt: Die ersten Jahre bereiten uns darauf vor, „fit für den Arbeitsmarkt“ zu werden. Dann arbeiten wir richtig viel, „leisten was, damit wir uns was leisten können“ – um dann im Lebensabend die Früchte unserer Arbeit genießen zu dürfen.

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Büronymus zu Gast beim Expat Career Podcast

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Ihr Lieben, morgen gibt’s wieder was zu lesen – einstweilen könnt Ihr Euch das hier auf die Ohren packen: Eben war ich live zu Gast beim Expat Career Podcast von Chris Pyak. Wir haben darüber gesprochen, warum ich die Unternehmenswelt verlassen habe und mich selbstständig gemacht habe – und welche Tipps ich parat habe für Leute, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und hier arbeiten möchten.

Wer’s verpasst hat, kann sich unser Gespräch hier anhören. (Ist auf Englisch.)

Rückblickend finde ich meinen letzten Rat etwas deprimierend, aber ich bin eben eine unverbesserliche Realistin. 😉 Hier auch noch der Link zu Chris Pyak’s Buch, das ich ein paar mal erwähnt habe: How To Win Jobs & Influence Germans: The Expats‘ Guide to a Career in Germany (Amazon Partner Link).

Viel Spaß!


Just now I was live at Chris Pyak’s Expat Career Podcast. We talked about why I have left the corporate world and became self-employed. I also had some advice for people who come from other countries and would like to work in Germany.

If you missed it, here’s the podcast for you. Check it out!

In hindsight, I find my last advice a little depressing – but I’m a diehard realist. 😉 Oh yes, and Chris Pyak’s book I have mentioned a couple times is this one: How To Win Jobs & Influence Germans: The Expats‘ Guide to a Career in Germany (Amazon Partner Link).

Enjoy!

Kartoffelglück zum Anfassen

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Am Tag der deutschen Einheit hab ich bei der Kartoffelernte geholfen. Hab vier Stunden lang in der Erde gewühlt und mich über jede Kartoffel gefreut, die mir entgegenleuchtete.

Das überrascht Euch jetzt vielleicht, aber in Berlin gibt es tatsächlich noch ein paar Bauernhöfe. 🙂 Vor allem am Stadtrand – in Rudow, Lübars oder Gatow. Betonung auf „noch“, denn die Betonierung der Stadt schreitet voran, auch an den Rändern. Weil wir alle ja immer mehr Platz brauchen.

Ich habe fürs Kartoffelausgraben kein Geld bekommen. Hab’s als eine Art Subbotnik zugunsten der Berliner Biokartoffel angesehen. Immerhin gab es was Leckeres zu essen, damit kriegt man mich ja immer. Und am Ende hab ich auch noch ein paar Kartoffeln und Rüben … gekauft. Weiterlesen

Wie Geld mich verändert hat

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„Ich war arm und ich war reich. Reich ist besser“, wird die Schriftstellerin Beatrice Kaufman zitiert. Ich habe da so meine Zweifel. Klar, niemand will arm sein. Ich hatte eine ärmere Phase in meinem Leben, früher, als ich noch selbstständige Fernsehautorin war. Damals musste ich mich jede Woche entscheiden, ob ich für mein Budget von 10 Mark Essen oder Katzenfutter kaufte. Meistens gewann das Katzenfutter und ich schnorrte mich irgendwie durch. Weiterlesen

Wir Druffis: Voll auf Kaffee

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Ist Euch eigentlich klar, dass wir (fast) alle druff sind? Also, auf Droge? Das Schmiermittel der „wohlgeölten Maschine“ unseres Systems ist, neben Geld, wohl Kaffee.

So richtig bewusst wurde mir das erst, als ich wegen einer homöopathischen Behandlung plötzlich keinen Kaffee mehr trinken sollte. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht mal ein besonderer Kaffeejunkie bin. Morgens zwei Latte, das war’s.

Nun also: Kaffeeverbot. Zuerst fiel mir auf, wie schnell man zur Außenseiterin wird, wenn man Kaffee ablehnt. Und wie verdammt oft er einem angeboten wird, gerade im Job. „Nein, danke, ich trink keinen Kaffee.“ Komische Blicke. Herzprobleme? Mormonin? Nee, Homöopathie. Ständig musste ich mich rechtfertigen. (Das war, bevor man sich auch noch für Homöopathie rechtfertigen musste.) Weiterlesen

Landleben 4.0

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Ihr müsst verstehen: Ich als inner city kid hatte mit Landleben nie was zu tun.  Bei gebürtigen Berlinern unterscheidet man ja zwischen denen, die in Zehlendorf oder Köpenick ein gepflegtes Fast-Landleben führen und gelegentlich „in die Stadt“ fahren. Und denen, die im Zentrum den Staub der Straße schlucken – so wie icke. In Moskau war ich ja auch noch ein paar Jahre, bin also Großstadtgöre durch und durch. Mein erstes Wort war „Auto“. 🙂

Immerhin hatte ich Schulgartenunterricht und meine Eltern eine Datsche, so dass ich zumindest weiß, dass die Tomaten nicht im Kühlregal wachsen. Weiterlesen

Pretty in pink

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Der Salon war in rosa und lila gehalten, der Boden ein Laminat von der Sorte, die ich mir nicht aussuchen würde. „Bitte warten Sie“, sagte die Friseurin und blickte kaum auf, während sie einer anderen Kundin die Haare wusch. Am Telefon hatte sie jünger geklungen.

Ich saß eine Weile herum, meine Augen suchten den schmucklosen, aber ordentlichen Raum nach etwas Schönem ab. Weiterlesen

Barcamps, das echte Leben und ich

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Es soll ja richtige Open-Space-Junkies geben, also Menschen, die von einer solchen Veranstaltung (Barcamps und Open Spaces*) zur nächsten reisen. Happy Barcamper, sozusagen. Was soll ich sagen: Langsam werde ich auch zu einem.

Und damit bin ich nicht allein. Eine Menge Leute verbringen freiwillig einen oder mehrere Tage zusammen – ohne Agenda und vor allem: ohne Aussicht auf ein konkretes Ergebnis – und zahlen oft auch noch dafür. So war es auch beim AUGENHÖHEcamp in Hamburg: Es gibt kein Programm, Teilnehmer schlagen spontan Themen vor und andere Teilnehmer entscheiden, ob sie hingehen.

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