Ein Tuk-Tuk-Fahrer namens Tina

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Die dritte und letzte Urlaubsgeschichte, diesmal aus Kambodscha:

Ein halber Tag Tempeltour rund um Angkor Wat war vergangen, als Tina, mein freundlicher Tuk-Tuk-Fahrer, vorschlug, zum Sonnenuntergang an einen See zu fahren. Dort könnte ich eine Bootstour machen. Die Fahrt dorthin würde aber drei Dollar extra kosten, fürs Benzin. Ich sagte, wir können das machen, aber ich zahle nichts extra. Ich wusste, dass ich ohnehin schon einen ordentlichen Preis für die Tagestour zahlte. Denn ich hatte nicht gefeilscht. Obwohl ich aufs Geld achten muss, habe ich irgendwann aufgehört, um jeden Preis zu feilschen. Wenn die aufgerufene Summe halbwegs üblich ist und einigermaßen vernünftig klingt, zahle ich sie. Weiterlesen

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Präsentismus: Trotz Krankheit zur Arbeit

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Hier kommt die zweite Geschichte von meiner Asienreise. Eines meiner großen Highlights sind die Massagen, die man für 5-6 Euro pro Stunde (!) an jeder Straßenecke bekommt. Mit der Masseurin kann man allerdings Glück oder Pech haben.

„Hach, heute gönne ich mir wieder eine schöne Fußmassage“, denke ich mir. Die gestrige war der Hammer – und so, wie wir Menschen gestrickt sind, wollen wir schöne Erlebnisse gern wiederholen. Aber verdammt, ich finde den tollen Salon nicht mehr.

Während ich durch Bangkoks Touristenviertel Banglamphu laufe, fällt mir auf, dass bedeutend weniger Touris unterwegs sind als am Vortag. Die Feiertagssaison scheint vorbei zu sein. Vor den Massagesalons sitzen die Angestellten und warten auf Kundschaft.

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Eine Taxifahrt in Bangkok

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Präambel: Ich war in Asien unterwegs und habe Euch drei Geschichten mitgebracht. Als Tourist ist man ja in der merkwürdigen Situation, dass alle um einen herum arbeiten, während man selbst ganz viel Zeit hat und Geld ausgibt. 🙂 In der ersten Folge geht es um Arbeit und Geld – und um Taxifahrer.

Ehrlich währt am längsten. So heißt es jedenfalls. In der Praxis erlebe ich leider oft, dass der Ehrliche am Ende dumm aus der Wäsche guckt. Deshalb erlaube ich mir ab und zu, dem Karma etwas in den Hintern zu treten. Eine gute Probe aufs Exempel ist für jeden Reisenden das Ein-Taxi-vom-Flughafen-in-die-Stadt-nehmen.

Mir graut manchmal richtig davor, denn irgendwie fühlt man sich am Flughafen so ausgeliefert. Man kommt da halt schlecht weg. Manchmal ist man nach einer langen Reise auch einfach zu müde, um sich nach Alternativen wie Zug oder Bus umzusehen. Dann ist man ein leichtes Opfer für gierige Taxifahrer. Und das wittern die Hunde. 😉

Gottseidank ist das Taxigewerbe am Bangkoker Flughafen Suvabharvumi bestens geregelt. Es gibt eine zentrale Haltestelle für alle Taxis. Touristen bekommen einen Zettel mit der Nummer des Taxis (für spätere Beschwerden oder auch, falls man was im Auto liegen lassen hat) und der Angabe des Fahrpreises in die Stadt.

Jedenfalls war es immer so. Denn als ich ankomme, finde ich die tolle Haltestelle nicht. Nach dem ich meinen 10-Kilo-Rucksack mehrmals die unterschiedlichen Ebenen der Flughafenhalle rauf- und runtergetragen habe, gebe ich auf. Und mache das, was ich sonst nie mache: dem erstbesten Fahrer folgen, der laut genug „Taxi!“ schreit.

Ha! Fehler. Kaum ist mein Rucksack verstaut und ich sitze im Fond des Wagens und nenne mein Fahrziel, als der Fahrer auch schon sein Handy zückt und anhebt, mir zu erläutern, warum heute, am ersten Tag des Jahres 2561 (oder 2018) alles besonders teuer ist: „Sie wollen ja in die Innenstadt. Und heute ist eine Feier, da ist alles gesperrt…“, fängt er an.

„Ach, kommen Sie schon, machen Sie einfach das Meter an“, unterbreche ich ihn. Ich bin ein großer Fan von ehrlicher Arbeit und Steuern zahlen. 😛 Er reagiert sofort. „Ach so, Meter! Bei mir nicht, da müssen Sie zu meinem Kollegen!“ Der erste Kollege, den er anspricht, schüttelt den Kopf. Der zweite, Typ mittelalter Normalo mit gebügeltem Hemd, nimmt mich mit.

Na also, geht doch. Irgendwie schön, wie der unehrliche Kollege wenigstens an den ehrlichen weitervermittelt hat. Am Ende der Fahrt druckst der Fahrer herum und traut sich nicht, mir den Endpreis inklusive Mautgebühr zu nennen. Ich überschlage im Kopf und runde auf – und zwar ordentlich. Er strahlt übers ganze Gesicht.

Sawadi pi mai! Happy New Year!

PS: Auf der Rückreise habe ich erlebt, dass es mit dem Taxameter sogar teurer war als mit dem Festpreis. Aber egal, es geht um’s Prinzip.

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Foto: Lydia Krüger

Interview mit Chris Pyak: „Fast alle Personaler sind unfähig“

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Büronymus: Chris, mit deiner Beratungsfirma Immigrant Spirit unterstützt du Expats dabei, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Warum hast du das zu deinem Thema gemacht?

Chris Pyak: Ich hab ein Herz für den Underdog, vielleicht, weil ich selbst aus einer Familie mit fünf Kindern komme und mich da immer durchsetzen musste. Aber auch, weil ich selbst gemerkt habe, wie unglaublich schwer es ist, sich im Ausland etwas aufzubauen. Ich habe ganz lange im Ausland gelebt, vor allem in Estland. Du kannst die Sprache nicht, hast keine Kontakte, kannst nur durch Leistung überzeugen. Das ist hart. Wenn es erst mal nicht klappt, fragt man sich: Liegt es an mir?

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Wie das Großraumbüro erfunden wurde

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Dr. Teufel und Herr Beelzebub saßen schon seit einer Stunde im Konfi und brainstormten. Beiden tropfte der Schweiß von der Stirn. Und das lag nicht nur daran, dass die Heizung wie immer voll aufgedreht war. Aus Gewohnheit starrten sie auf die leere Wand – dahin, wo sonst die Powerpoint-Präsentation lief. Sie fühlten sich irgendwie … ausgebrannt. Das konnte doch nicht wahr sein, dass ihnen gerade im Geschäftsfeld Büro, ihrer absoluten Cashcow, nichts mehr einfiel.

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Radikal anders: Die Agentur Wigwam

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„Willkommen im Wigwam“, sagt Matthias Riegel – der Chef, der nicht mehr Chef sein wollte. „Schön, dass du da bist.“ Ich bin in einer Fabriketage im Wedding – typisch Werbeagentur eben. Typisch Agentur? Mein Blick fällt auf ein Hochbett in einer Ecke des Großraumbüros. „Och, wie schön, hier kann man auch mal chillen“, denke ich.

Matthias hat mich eingeladen, einen ganzen Tag im Wigwam dabei zu sein. Wir hatten uns auf dem AugenhöheCamp in Berlin kennengelernt, wo er über die Wandlung der Agentur von einer GmbH in eine Genossenschaft berichtete. Weiterlesen

Und jetzt noch schnell die Welt retten

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„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, heißt es schon bei Goethe. Diese Botschaft habe ich mit der Muttermilch (oder spätestens mit der Schulmilch) aufgesogen. Ich war auf einer Russischschule, wo uns permanent eingeimpft wurde, dass wir auserwählten Steppkes, „die Elite“, einmal die Welt verbessern würden. Das war zumindest der Plan. Kam ja dann einiges dazwischen.

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„Die Lufthansa will uns aushungern“ – Ein Air Berliner packt aus

Es ist sieben Wochen her, dass die letzte Air Berlin-Maschine in Tegel landete. Die Pleite der traditionsreichen Airline wird vielleicht in die Geschichte eingehen als leisestes Konzerndesaster aller Zeiten, bei dem es viele Opfer gibt und (bislang) nur einen Gewinner: die Lufthansa Group, die sich rund 80 Jets und vor allem die begehrten Streckenrechte sichern konnte. Auf möglicherweise unlautere Weise.

Die Übernahme, die offiziell keine sein darf, geht auf Kosten von rund 4.000 Mitarbeitern, deren Schicksal Politik und Medien gleichgültig zu sein scheint. Kein medialer Aufschrei wie bei den Schlecker-Mitarbeiterinnen (nicht, dass es denen genützt hätte), keine aufgebrachte Andrea Nahles wie beim kürzlich bekannt gegebenen Siemens-Stellenabbau. Nein, es ist doch „unsere“ Lufthansa, die den Wettbewerber schlucken durfte. Glas Wein dazu? Weiterlesen

Oben ohne

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Jaja, mit dieser Überschrift kriege ich Euch. 😉 „Oben ohne“ – so hieß die Session von Matthias Riegel auf dem AugenhöheCamp in Berlin. (Das ist übrigens ein guter Tipp, falls Ihr mal auf ein Barcamp geht und selbst ein Thema anbietet: Überlegt Euch einen coolen Titel und schon ist die Hütte voll. Werbung wirkt!) Weiterlesen

Das Gruppending

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Nach der Bundestagswahl hatte ich überlegt, einer Partei beizutreten. Ich wollte politisch aktiv werden, als Gegengewicht zu den Menschenfeinden, die jetzt als „Alternative für Deutschland“ im Parlament sitzen. Ich fühle mich bedroht durch diese Leute.

Nun muss ich dazusagen, dass ich eine durchpolitisierte Kindheit und Jugend hatte. Danach hatte ich mir eigentlich geschworen, nie wieder etwas mit Politik haben zu wollen. Aber einfach zusehen, wie Nazis ans Ruder kommen? Dilemma, Dilemma.

Parteien sind mir nicht sympathisch.

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Zeit ist das neue Geld

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„Geld kommt und geht, Zeit geht nur“, habe ich neulich geschrieben. Mittlerweile ist mir Zeit mindestens genauso teuer wie Geld. Vielleicht ist es eine Frage des Alters – vielleicht auch ein Trend.

Urprünglich war das ideale Menschenleben so aufgeteilt: Die ersten Jahre bereiten uns darauf vor, „fit für den Arbeitsmarkt“ zu werden. Dann arbeiten wir richtig viel, „leisten was, damit wir uns was leisten können“ – um dann im Lebensabend die Früchte unserer Arbeit genießen zu dürfen.

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Büronymus zu Gast beim Expat Career Podcast

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Ihr Lieben, morgen gibt’s wieder was zu lesen – einstweilen könnt Ihr Euch das hier auf die Ohren packen: Eben war ich live zu Gast beim Expat Career Podcast von Chris Pyak. Wir haben darüber gesprochen, warum ich die Unternehmenswelt verlassen habe und mich selbstständig gemacht habe – und welche Tipps ich parat habe für Leute, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und hier arbeiten möchten.

Wer’s verpasst hat, kann sich unser Gespräch hier anhören. (Ist auf Englisch.)

Rückblickend finde ich meinen letzten Rat etwas deprimierend, aber ich bin eben eine unverbesserliche Realistin. 😉 Hier auch noch der Link zu Chris Pyak’s Buch, das ich ein paar mal erwähnt habe: How To Win Jobs & Influence Germans: The Expats‘ Guide to a Career in Germany (Amazon Partner Link).

Viel Spaß!


Just now I was live at Chris Pyak’s Expat Career Podcast. We talked about why I have left the corporate world and became self-employed. I also had some advice for people who come from other countries and would like to work in Germany.

If you missed it, here’s the podcast for you. Check it out!

In hindsight, I find my last advice a little depressing – but I’m a diehard realist. 😉 Oh yes, and Chris Pyak’s book I have mentioned a couple times is this one: How To Win Jobs & Influence Germans: The Expats‘ Guide to a Career in Germany (Amazon Partner Link).

Enjoy!

Kartoffelglück zum Anfassen

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Am Tag der deutschen Einheit hab ich bei der Kartoffelernte geholfen. Hab vier Stunden lang in der Erde gewühlt und mich über jede Kartoffel gefreut, die mir entgegenleuchtete.

Das überrascht Euch jetzt vielleicht, aber in Berlin gibt es tatsächlich noch ein paar Bauernhöfe. 🙂 Vor allem am Stadtrand – in Rudow, Lübars oder Gatow. Betonung auf „noch“, denn die Betonierung der Stadt schreitet voran, auch an den Rändern. Weil wir alle ja immer mehr Platz brauchen.

Ich habe fürs Kartoffelausgraben kein Geld bekommen. Hab’s als eine Art Subbotnik zugunsten der Berliner Biokartoffel angesehen. Immerhin gab es was Leckeres zu essen, damit kriegt man mich ja immer. Und am Ende hab ich auch noch ein paar Kartoffeln und Rüben … gekauft. Weiterlesen

Wie Geld mich verändert hat

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„Ich war arm und ich war reich. Reich ist besser“, wird die Schriftstellerin Beatrice Kaufman zitiert. Ich habe da so meine Zweifel. Klar, niemand will arm sein. Ich hatte eine ärmere Phase in meinem Leben, früher, als ich noch selbstständige Fernsehautorin war. Damals musste ich mich jede Woche entscheiden, ob ich für mein Budget von 10 Mark Essen oder Katzenfutter kaufte. Meistens gewann das Katzenfutter und ich schnorrte mich irgendwie durch. Weiterlesen

Wir Druffis: Voll auf Kaffee

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Ist Euch eigentlich klar, dass wir (fast) alle druff sind? Also, auf Droge? Das Schmiermittel der „wohlgeölten Maschine“ unseres Systems ist, neben Geld, wohl Kaffee.

So richtig bewusst wurde mir das erst, als ich wegen einer homöopathischen Behandlung plötzlich keinen Kaffee mehr trinken sollte. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht mal ein besonderer Kaffeejunkie bin. Morgens zwei Latte, das war’s.

Nun also: Kaffeeverbot. Zuerst fiel mir auf, wie schnell man zur Außenseiterin wird, wenn man Kaffee ablehnt. Und wie verdammt oft er einem angeboten wird, gerade im Job. „Nein, danke, ich trink keinen Kaffee.“ Komische Blicke. Herzprobleme? Mormonin? Nee, Homöopathie. Ständig musste ich mich rechtfertigen. (Das war, bevor man sich auch noch für Homöopathie rechtfertigen musste.) Weiterlesen