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In jedem Job kam ich irgendwann (meist nach mehreren Jahren) an den GAU-Punkt: die größte anzunehmende Unzufriedenheit. Liegt es an mir? Erwarte ich zu viel? Fehlen mir die ausgleichenden Faktoren in meinem Leben (Kinder, Hausbau, Hobbys…) und projiziere ich deshalb alle meine Erwartungen für meine Selbstverwirklichung auf den Job?

Ich habe mit 14 Jahren angefangen zu arbeiten – Ferienjobs: Apotheke, Krankenhausstation, Wäschehaus. Ich fand es immer schon selbstverständlich, mein eigenes Geld zu verdienen. Von meinen ersten Jobs hatte ich kaum etwas erwartet – außer dass sie mir Geld bringen und halbwegs Spaß machen. Bei den Studentenjobs (Kino, Café, Bar) war es später ähnlich. Und im Prinzip ist es immer noch so.

In einem (ehrlichen) Bewerbungsgespräch würde ich heute auf die Frage „Was reizt Sie an dieser Stelle?“ nicht das antworten, was erwartet wird: „Es war schon im Sandkasten mein Traum, mir für Ihren Laden den Hintern abzuschuften.“ Sondern genau das: „Ich will Geld verdienen und Spaß haben.“ Allerdings sind mit den Jahren meine Ansprüche mittlerweile gestiegen: „Das Team sollte stimmen. Wenn ich schon so viel Lebenszeit hier investiere, habe ich keine Lust, den ganzen Tag mit Armleuchtern zu verbringen – wenn Sie wissen, was ich meine. Ich möchte von der Führung möglichst viel einbezogen und möglichst gar nicht über den Tisch gezogen werden. Das Büro sollte so aussehen, dass man sich darin wohlfühlen kann. Und die Technik sollte funktionieren – das wär mal was.“ Ist das zuviel verlangt? Natürlich habe ich auch etwas zu bieten: „Ich möchte etwas Gutes bewirken und den Laden hier voranbringen und weiterentwickeln – nicht nur auf meinem Fachgebiet, sondern mit Blick aufs Ganze. Ich will ihn wachsen und gedeihen sehen.“ Wenn ich dann noch zu etwas Sinnvollem beitragen könnte, wäre das mein perfekter Job. Was sagt Ihr?

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