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Jaja, es gehören immer zwei dazu. Und ich will auch nicht immer nur über die Unternehmen meckern und mit dem Finger auf andere zeigen. Immerhin sind die meisten Kollegen echt nett und wollen das Beste. Deshalb kommt hier der selbstkritische Post: Was hätte ich anders machen können, statt jahrelang Frust zu schlucken?

In einer Firma gab es bereits frühe Alarmzeichen: Schon in den ersten Wochen stand ich 2 oder 3 mal kurz vor der Kündigung.

Nachdem ich das erste Mal in der Führungsrunde saß, war ich geschockt: 5 Stunden ohne Mittagspause, nur Management-Blabla (das ich zu diesem Zeitpunkt kaum verstand 🙂 ). Der Oberhäuptling dominierte alles und feierte sich selbst, die anderen Häuptlinge nickten ab, der Kunde wurde kein einziges Mal erwähnt. Ich wollte nur noch weg.

Kurze Zeit später saß ich in einer Präsentation einer Vertriebsidee, die eigentlich absurder kaum hätte sein können. Ich stellte also in der anschließenden Diskussion ein paar kritische Fragen. Au weia! Danach wurde ich vom Oberhäuptling direkt zusammengefaltet. Ich sei neu im Unternehmen und hätte mich zurückzuhalten. Wie jetzt? Meine qualifizierte Meinung ist hier nicht gefragt? Und wieder wollte ich kündigen. Usw. usf.

Warum bin ich trotz allem jahrelang dort geblieben? Sagen wir mal, ich hatte Verpflichtungen. Ich hatte gesundheitliche Probleme. Es gab spannende Projekte – und immer wenn eines fertig war, kam das nächste, das ich noch zu Ende bringen wollte. Ich hatte ein tolles Team. Ich hatte sogar (ein paar wenige) Freunde in dem Laden gewonnen. Der Laden lag mir am Herzen und ich war lange Zeit Idealistin genug, gegen Wände zu rennen, weil ich etwas bewegen wollte. Natürlich waren die Wände stärker. 🙂

Es war wie bei so vielen Dingen: Irgendwann hört der Spaß auf. Verschärfung der negativen Aspekte der Unternehmenskultur, latentes Mobbing, Budgetkürzungen, gute Leute gehen. Dann kippt die Waage. Auf der einen Seite war nur noch das Geld. Na und, reicht doch, werdet Ihr vielleicht sagen. Mir nicht, sorry.

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