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Wie sagte schon der Schriftsteller Karl Kraus: „Man muss nicht nur keinen Gedanken haben – man muss auch noch unfähig sein, ihn auszudrücken.“ Die Geschäftswelt ist ein Mekka für Schnacker, Schaumschläger und Phrasendrescher. Warum eigentlich? Will man seine geistige Leere hinter solchem Geschwätz verbergen? Oder möchte man mit vermeintlich gehobener Sprache glänzen? Der klaren Verständigung dient ein solches Geschwurmsel jedenfalls nicht.

Im Gegenteil, oft wird gezielt verschleiert:
Da ist eine Organisationseinheit breit (oder gut) aufgestellt – ich stelle mir da immer eine römische Legion vor, die sich in Position bringt. Mitarbeiter werden abgeholt – und zwar, da wo sie stehen (oder sitzen?) Im Zweifel auch aus dem Kinderparadies.

Projekte werden auf den Weg gebracht oder auf die Schiene gesetzt – uff, das klingt nach Schwerstarbeit. Aber sitzt das Projekt da erst mal, läuft es von ganz alleine… Es sei denn, es trifft auf ein Delta (meist ein finanzielles). Au Backe, bloß nicht untergehen. Mit Bordmitteln wird sich da wohl nicht mehr viel machen lassen.

Hauptsache, irgendeiner hat den Hut (oder die Mütze) auf. Das heißt jetzt aber nicht, dass er sich den Schuh anzieht! Alles Wichtige hat er auf dem Radar, dem Zettel oder dem Schirm. Trotzdem ist er ganz leidenschaftslos. (Warum das ein positives Wort ist, ist mir ein Rätsel.)

Und er ist ganz bei jemandem, sozusagen bilateral unterwegs. Moment mal, jetzt wird‘s aber schlüpfrig! Nicht doooch, nur um was zu klären – auf der Tonspur natürlich. Und zwar zeitnah! Denn wenn man kurz aus dem Zeitfenster schaut, sieht man die Zeitschiene – sitzt da etwa das Projekt drauf?

Wenn dann alle Rahmenbedingungen und Größenordnungen eine Eigendynamik entwickelt haben (Eigendynamik ist immer ganz schlecht: Das ist das Codewort für Chaos und totalen Kontrollverlust.), dann kann eine Win-Win-Situation entstehen.

Möglicherweise müssen noch Anpassungen vorgenommen werden (aha, jetzt wird das Budget zusammengestrichen)… Aber dann bringen wir das Ganze seelenruhig über die Bühne. Geschafft! Jetzt darf jemand gern was in den Raum stellen – Champagner zum Beispiel.

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