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In seinem Buch „Miteinander reden, Band 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation“ (Amazon Partner Link) beschreibt der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun eine Aufspaltung der Kommunikationsstile in unserer Gesellschaft in den distanzierenden Stil, der eher von den technisch-kaufmännischen Berufen gepflegt wird, und den Nähe vermittelnden Stil, den er bei sozialen und kreativen Berufen verortet.

Ich finde das eine sehr spannende Theorie, die einige der Problem erklären würde, die ich in einem meiner Ex-Unternehmen hatte.

Als Kreative (und als Journalistin und als Frau des Wortes) habe ich mich immer bemüht, durch meine Sprache Nähe herzustellen, mich konkret und bildhaft auszudrücken. Also pars pro toto, Beispiele bringen, die für das Ganze stehen. Die wurden dann aber schnell als Anekdoten oder Einzelfälle abgetan.

Es befremdete mich, dass von vielen anderen höchst distanzierende Töne zurückkamen. Und zwar über Jahre. Schulz von Thun nennt in seinem Buch ein Beispiel, bei dem ich laut aufgelacht habe:

Nähe-Satz: „Es kränkt mich, wenn ich sehe, dass der Chef alles mit Müller bespricht und mich links liegen lässt.“

Distanz-Satz: „Man wundert sich langsam ein bisschen, nach welchen Gesichtspunkten der Chef seine Gesprächspartner aussucht.“ 😀

Ich habe den Distanz-Stil bis zum Schluss nicht beherrscht (und wollte das natürlich auch gar nicht). Manchmal habe ich das Gefühl, dass er sich in meine Schreibe einschleicht. Bitte lasst es mich wissen!

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