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Ich habe ja schon an mehrfacher Stelle über Geld und Wertschätzung geschrieben – einfach, weil mich das beschäftigt. Selbst im Urlaub verfolgt mich das Thema.

In Thailand erlebte ich folgende Geschichte: Ich wohnte in einem schmucklosen, aber sauberen Bungalow für sagenhafte 6 Euro die Nacht. (MIT Warmwasser! 🙂 ) War alles ok, hab mich wohl gefühlt, nette Bungalow-Nachbarn, netter Besitzer. Aber das Luxusresort nebenan lockte mit einem wunderschönen Garten und einem Pool. Ich gönnte mir schließlich drei Nächte für je 25 Euro. (Das waren noch Zeiten…)

Was soll ich sagen? Die Stimmung war ziemlich übel im Luxusresort.

Lauter schlechtgelaunte Luxustouristen liefen dort herum, stellten Ansprüche und maulten das Personal voll, wenn irgendetwas nicht funktionierte. Schließlich hatten sie ja EINE MENGE Geld bezahlt. War hier etwa Schmerzensgeld für die Angestellten am Werk? Ich war wirklich froh, als ich wieder zurück bei den gutgelaunten Spartanern war. Komisch, oder? Ich hatte es eigentlich genau umgekehrt erwartet.

Ein anderes Mal bei einer Ayurvedakur in Sri Lanka wollte ich mich bei meinem Lieblingsmasseur besonders bedanken. Es gab aber in dem Ressort eine Trinkgeld-Regelung, die besonders gerecht sein sollte:  EINE gemeinsame Tip-Box für alle Angestellten. Das fand ich auch gut und wollte das Prinzip nicht durchbrechen, indem ich einem einzelnen Mitarbeiter extra Geld gab.

Nun stand ich vor dem Problem: Wie drücke ich meine Wertschätzung aus, wenn ich nichts habe, was ich geben kann bzw. darf? „Nur“ meine Aufmerksamkeit, meine Dankbarkeit, meine Liebe zu meinem Mitmenschen? Plötzlich war ich zurückgeworfen auf mich selbst. Geld, das Schmiermittel unserer Gesellschaft, die Währung, in der wir Anerkennung zollen (achtet mal darauf!), war außen vor.

Ich habe ihn zum Abschied umarmt – und für einen kurzen Moment gab es eine ganz starke, fast kosmische Verbindung zwischen uns. Über alle sprachlichen und kulturellen Grenzen hinweg. Und dann habe ich ihm meine leuchtendblauen Flip-Flops geschenkt, die er so toll fand. Ich hab‘s einfach nicht ausgehalten, „nichts“ zu geben.

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