Schlagwörter

, , ,

Also, ich hab ja schon einige Geschichten über Bewerbungsverfahren gehört und darüber ausführlich abgelästert.

Aber man kann mich immer noch überraschen. Ein Bekannter berichtete mir, dass er sich in der wild wuchernden Berliner Startup-Szene, wo mit den Millionen nur so um sich geworfen und jeden Tag die Welt revolutionized wird, auf einen Job beworben hat. So weit, so gut.

Zunächst einmal war die Website des Startups ausschließlich auf Englisch, was aber nichts Neues ist in Berlin-Mitte, wo man Kellner wunderbar mobben kann, indem man penetrant Deutsch mit Ihnen spricht. 😉 Trotzdem komisch, wenn die Gründer Müller, Meyer, Schulze oder so heißen und der Laden in Berlin sitzt.

Der Bewerber lud also seine (deutsche) Bewerbung auf die englische Seite hoch. Das zumindest war verblüffend einfach und – totally revolutionary: Nach Zeugnissen wurde gar nicht gefragt. Eine schöne Anregung auch für andere Unternehmen, da Zeugnisse ja sowieso oft kaum etwas aussagen. Die Zwischennachricht des Start-ups war dann auf Deutsch.

Ein paar Stunden später kam die Einladung zum Telefoninterview. Auf Englisch. Also die Mail war auf Englisch. Ist das Bewerbungsgespräch nun auf Deutsch oder Englisch? Whatever. Und was ist das denn? Der Vorstellungstermin ist um ein Uhr nachts?? Auf den zweiten Blick wird klar, dass die Mail von einer Software verschickt wurde. Aus San Francisco. Der Bewerber kann sich schließlich seine Zeitzone selbst raussuchen. (There’s an app for that.)

Jetzt ist nur noch die Frage: Mit wem wird das Gespräch geführt? Ein Mensch tauchte bisher im Bewerbungsverfahren nämlich noch nicht auf. Der Bewerber fürchtet daher, sich mit einem Roboter unterhalten zu müssen. 😉 Von human zu inhuman resource sozusagen.

PS: Der Bewerber hat es sich übrigens anders überlegt. Denn bei aller Liebe zum Internet: Ein Algorithmus ist nicht immer die Antwort auf alles.

Advertisements