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Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass das Modell „Chef“ ausgedient hat. Die Führung der Zukunft ist weiblich. Die Führungskraft 4.0 soll nämlich (z.B. laut einer aktuellen Studie von Microsoft) für Transparenz sorgen, mehr konstruktives Feedback geben, die Mitarbeiter selbständiger und flexibler arbeiten lassen, dabei mehr unterstützen und coachen, gleichzeitig loslassen und vertrauen.

Oder auch wissen, wann man am (möglicherweise ganz woanders arbeitenden) Mitarbeiter dran sein muss und wann nicht. Dafür wiederum braucht man eine ganze Menge Empathie und Intuition für die Mitarbeiter.

Je mehr digitalisiert wird, desto mehr Kommunikation wird erforderlich. Und zwar auf Augenhöhe statt von oben herab. Weniger Ansage, mehr Diskussion. Das deckt sich wunderbar mit den Attributen, die klassischerweise als weiblich gelten. (Womit ich nicht sagen will, dass sie es immer sind. 😛 )

Na, das sind doch gute Nachrichten für… Männer! Nämlich diejenigen, die ihre weibliche Seite leben. Ja, richtig. Männer sind mittlerweile die besseren Chefinnen. Das meine ich ernst. Ich habe (live und auch in den Augenhöhe-Filmen) schon eine ganze Menge Männer kennengelernt, die genau diese vermeintlich weiblichen Eigenschaften besitzen.

Oder die sich – wie Alexander Maier im Film (bei 27:30 geht’s los) andeutet – durch harte Arbeit, Coachings und Selbstreflexion vom (nach eigener Erkenntnis) Arschloch zum – nun ja, modernen Chef/Coach/Unterstützer/Begleiter gewandelt haben.

Diese Art von Chef redet eher wie ein Sozialpädagoge oder Psychologe. Oder wie ein spiritueller Lehrer. Teilweise sind sie so weich, wie es sich eine Frau wahrscheinlich nicht erlauben könnte. Sie üben Selbstkritik, zeigen sich verletztlich, machen sich komplett auf. Ich mag das.  🙂

Dazu haben diese Männer den unschätzbar großen Vorteil, noch über ihr Arsenal an „alten“ Eigenschaften und Erfahrungen zu verfügen: Rhetorik, Durchsetzungskraft, Selbstmarketing. Die sie jetzt natürlich ganz anders einsetzen.

Das alles zusammen ist die Geheimwaffe für neue Führung. (Hihi, und gleich wird meine Sprache wieder militärischer… 😛 ) Wenn man es überhaupt noch Führung nennen möchte – aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Was bedeutet das für uns, Mädels? Zuerst mal ein angenehmeres Arbeiten bei uns in der Chefetage, hehe. Mehr Augenhöhe, weniger Krampf und Show.

Diese unsäglichen Seminare, die zeigen, wie man als Frau männlich genug in der Geschäftswelt auftritt, dürften bald ausgedient haben. Denn die Männer kommen uns entgegen.

Natürlich tun wir Frauen gut daran, unsere persönlichen Stärken weiter auszubauen. Vielleicht nähern sich ja beide Geschlechter einfach an: die einen mehr Yin, die anderen mehr Yang. Und dann treffen wir uns in der Mitte.

 

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