Schlagwörter

,

Heute möchte ich über Katzen schreiben. (Kater sind mitgemeint.) Ihr werdet noch erfahren, warum.

Hier sind 10 Dinge, die wir von Katzen lernen können:

1. Katzen sind verrückt. Ich weiß nicht, ob das einer Erläuterung bedarf. Hunderttausende Katzenvideos im Netz können nicht lügen: Katzen haben echt einen an der Waffel. 🙂 Sie machen Dinge, die total Banane sind. Sollten wir auch ab und zu tun: „Heute mach ich mal was ganz Verrücktes. Ziehe zwei verschiedenfarbige Socken an, rede alle Kolleginnen mit „Ihre Durchlaucht“ an oder mache Fotokopien von meiner Hand.“ Was Beklopptes zu tun, kann befreien und uns aus den eingefahrenen Bahnen werfen. Man muss ja nicht gleich zur Kami-Katze werden.

2. Katzen spielen für ihr Leben gern.
Den roten Laserpunkt jagen. Dem Spiegelbild eine runterhauen. So tun, als ob die Stoffmaus lebendig wäre, indem man sie quer durchs Zimmer schießt und ihr hinterherhetzt. Glaubt mir, Katzen wissen, dass die Maus nicht echt ist. Sie sind ja nicht doof. Schmeckt doch auch gar nicht, so ein Chinakram. Sie haben einfach Spaß am Spielen. In unserer verspießten und verknöcherten Arbeitswelt würde es uns so guttun, mehr zu spielen: Mal etwas ohne Zweck und Hintergedanken zu tun, ist der Schlüssel zu Kreativität und – sorry für dieses ausgelatschte Wort – Innovation.

3. Katzen haben ihren eigenen Kopf.
Ja, Mann! Katzen sind die Vorhut des Widerstands. Frei nach Otto Waalkes:

Meine Katze gehorcht mir aufs Wort. Wenn ich sage: „Kommst du her oder nicht“, dann kommt sie her oder nicht.

Ganz ehrlich: Wir brauchen mehr katzenmäßige Menschen. Selberdenker, die den Mund aufmachen und sich Schwachsinn verweigern, die sich nicht einschüchtern oder herumschubsen lassen. Gehorsam ist out, außer bei der Armee, im Krankenhaus und im Krisenfall.

4. Katzen machen nur freiwillig mit.
Wenn sie Bock haben (oder tiefes Vertrauen), machen Katzen ziemlich viel mit. Freiwillig. Die schlechte Nachricht für alle HORGs: Das Prinzip der Freiwilligkeit wird sich auch in Unternehmen immer mehr durchsetzen. Ich werde demnächst ausführlich erklären, warum ich das glaube. Kurz gesagt: Die erwähnten Selber- und Querdenker kann man nicht mehr zu irgendetwas zwingen (so, wie es heute noch in vielen Unternehmen Alltag ist). Weder dazu, einem selbsternannten Führer zu folgen, noch zu irgendwelchen Maßnahmen, die sie nicht nachvollziehen können.

5. Katzen sind lernfähig.
Doch, durchaus. Wenn sie wollen. Sie können Türen öffnen, klingeln nach dem Zimmerservice 🙂 oder benutzen das Menschenklo. Es ist erstaunlich, wozu sie imstande sind. Aber sie haben nur dann Bock, etwas zu lernen, wenn es ihnen auch etwas bringt. Also, mindestens Spaß. Männchen machen oder andere doofe Tricks – nicht mit Katzen! Auch davon können wir uns eine Scheibe abschneiden.

6. Katzen haben die ultimative Work-Life-Balance.
Schließlich pennen sie 18 Stunden am Tag. Ihr Schlaf ist ihnen heilig – notfalls lassen sie sich an Ort und Stelle fallen. Und sie suchen sich immer die gemütlichste Schlafposition. Wir hingegen powern uns aus, bis wir umfallen und hängen dann mit abgeknicktem Hals auf dem Sofa. Autsch! Unsere Bedürfnisse blenden wir aus oder vergessen sogar, dass wir welche haben. Nicht so die Katzen, diese Schlauberger. Man braucht sie nur anschauen, um zu sehen, dass ihr Schönheitsschlaf wirkt. ❤

7. Katzen haben die Ruhe weg.
Ewig sitzen sie vor dem Mauseloch oder hängen vor der Terrassentür herum, bis Frauchen sie rein- oder rauslässt. Katzen haben das gemütliche Warten erfunden. Ich glaube ja auch, die meditieren heimlich. Der berühmte Loriot-Satz

Ich möchte einfach nur hier sitzen!

könnte auch von einer Katze stammen. Zum Beispiel von dieser hier:

Jedenfalls steht der Katze ein deutliches „Hetz! Mich! Nicht!“ auf der Stirn geschrieben. Selten sieht man Katzen ungeduldig an der Supermarktkasse trampeln oder auf der Autobahn drängeln. Die Katze wartet ab, bis ihr Moment gekommen ist. Dann schlägt sie zu. Ruhe bewahren ist nicht nur erste Bürgerpflicht – sie ist quasi der Schlüssel zum Leben, wie ich gerade merke. Es lebe die Ruhe! Leider gibt es davon in Unternehmen viel zu wenig.

8. Katzen sind frech.
Sie klauen Kartoffelchips, springen vom zwei Meter hohen Schrank aufs Bett (also auf mich), beißen Besucher in den großen Zeh oder – wenn ihnen etwas komplett gegen den Strich geht – kacken sie aufs Sofa. Ich gebe zu, ich hatte auch schon mal Lust, jemandem auf den Schreibtisch… Ach, lassen wir das. Bei uns Menschen traut sich seit Klaus Kinski und Nina Hagen eigentlich niemand mehr irgendwas.

9. Katzen sind weise.
Sie sind spirituelle Wesen. Nicht umsonst galten sie bei den Ägyptern als heilige Tiere, sind in Rom und Istanbul Wahrzeichen der Stadt.

Früher, ganz früher, waren sie mir unheimlich. Wie sie einen anstarren. Heute weiß ich: In den Augen einer Katze sieht man das Universum. Was vielen Unternehmen fehlt, sind weise Führungskräfte, die ihre Mitmenschen auf einer anderen Ebene ansprechen können als mit der umfzigsten Powerpoint-Präse. Mir fallen nur wenige Ausnahmen ein wie Paul Kohtes (Kohtes.Klewes), Bob Greenberg (R/GA) oder Helmut Lind (Volksbank). Leider. Ich habe das immer schmerzlich vermisst. [Anm.: Hinter allen drei Links verbergen sich sehenswerte Videos über diese Manager. Beim ersten bitte nicht von dem komischen Format abschrecken lassen.]

10. Katzen sind Kämpfer.
Katzen gehen keinem Fight aus dem Weg. Sie greifen auch größere Gegner an. Und sie halten durch, wo die meisten Menschen schon längst aufgegeben hätten. Ich habe mich von mittlerweile drei Katzen verabschieden müssen. Sie haben mich viele Jahre begleitet – als beste Freunde, große Liebe, Seelenverwandte. Jede von ihnen war am Ende schwerkrank. Und ist trotzdem halbblind, halb im Koma durch die Wohnung gestakst. Last cat standing. Never give up – dieses Motto stammt mit Sicherheit von einer Katze. Also, der Kampf geht weiter.

Dieser Artikel ist dem kleinen Felljungen gewidmet. Gute Reise! Wir sehen uns im nächsten Leben.

Pumik.001

Fotos: privat

Bitte folgen Sie mir unauffällig! Auf Twitter und Facebook.

Advertisements